Fluktuation auf dem chinesischen Arbeitsmarkt

10.8.2012

Zusammenfassung des Artikels “Berufsleben mit ‘chinesischen Charakteristiken’“ (职场的“中国特色”) von Shuei Shueishuei 谁谁谁, erschienen am 18.7.2012 in der chinesischen Online-Ausgabe der Financial Times.

Nach dem Autor kommt das Hongkonger Consultingunternehmen “Community Business” zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der Arbeitnehmer in China sich mit dem Gedanken trägt, den Arbeitsplatz zu wechseln.
Im Vergleich zu Hongkong und den westlichen Staaten sei dies eine erschreckend hohe Zahl. Es ist nach Meinung des Autors darauf zurückzuführen, dass Gehaltserhöhungen der starken Nachfrage nach erfahrenem Personal hinterherhinkten. So sei man bereit, mit zwischen 20% und 50% erfahrene Arbeitskräfte an sich zu ziehen.
Den chinesischen Arbeitnehmer ausschließlich an seiner Treue zum Arbeitgeber zu messen hält der Autor für einseitig. Man müsse bedenken, dass die früher vom Arbeitgeber kostenlos gestellten Wohnungen mittlerweile zigtausend RMB pro Quadratmeter kosteten.
Obwohl China ein breites Spektrum an Arbeitsplätzen biete – im staatlichen, halbstaatlichen, privaten und ausländisch finanzierten Sektor – würden sich die Menschen nach Meinung des Autors mit dem Wechseln zwischen den unterschiedlichen Wirtschaftsformen schwer tun, da jeder Bereich nicht nur eigene Regeln habe, sondern auch Lebensstil und Persönlichkeitsbildung stark beeinflusse. Ein Wechseln zwischen verschiedenen Wirtschaftsformen und Branchen, wie der Autor es von Bekannten im Westen kennt, sei unter seinen Landsleuten undenkbar.
Im Kontrast zu dieser fehlenden Flexibilität stünden jedoch Phänomene wie die Neigung vieler Professoren, sich im Fernsehen zu profilieren und prominent zu werden, oder die Bemühung um die Wertschätzung hoher Beamter.

Jessica Mayer

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