25.7.2006 Amy Tan: Der Geist der Madame Chen Roman. Deutsch von Elke Link. Goldmann Verlag, München, 2006. Besprechung von Manuel Karasek (Netzeitung).
12.7.2006 "... Mainland writer Yu Jie, a self-described dangerous Christian, likes a good fight but prefers to wage his battles through the printed word. He has set his sights on -- among others -- the Communist Party, religious persecution and even the legacy of Mao Zedong ... In 2004 Yu and several colleagues sparked controversy when, writing in Hong Kong's Kai Fang magazine, they said the corpse of Mao Zedong should be removed from the mausoleum in Tiananmen Square. 'We criticise the Yasukuni Shrine,' they wrote, 'but right in the centre of China's capital Beijing, there is the Mao Zedong shrine that is as abhorrent as the Yasukuni Shrine. It is like a shrine for a slaughterman who killed his own countrymen' ..." Aus einem Artikel von Kristine Kwok. Quelle: AsiaMedia/ SCMP.
29.5.2006 15 Millionen Stück Auflage, wenig Honorar Trotz Internet und Computerspiele: Deutschsprachige Jugendbücher schlagen in China alle Rekorde. Von Johnny Erling (Die Welt).
29.4.2006 China's exiled dissident writers lose their appeal You might have expected a throng of local fans when a well-regarded author spoke at a Shanghai literary festival, but Ma Jian's audience, like his readership, had only a handful of mainlanders. Quelle: The Standard/ Reuters.
30.3.2006 Harry Potter, achter Band "Autoren" werden mitgeliefert: Banden überschwemmen Chinas Markt mit gefälschten Büchern. Von Johnny Erling (Die Welt).
23.3.2006 China - Zwischen Vergangenheit und Zukunft Programm der Veranstaltungen im "Haus der Kulturen der Welt" (Berlin) vom 23.3. bis 14.5..
22.3.2006 Wolf im Schafspelz Ganz China rätselt, wer den vieldiskutierten Millionenseller "Wolfstotem" geschrieben hat. Ausländische Verlage zahlen bereits Rekordgagen für die Rechte. SPIEGEL ONLINE weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Pseudonym Jiang Rong verbirgt: ein bekannter Dissident. Von Jürgen Kremb.
19.3.2006 Das Stück ["Welt im Quecksilberlicht"], dessen Musik von Cong Su und dessen Libretto von Michael Schindhelm stammt, versteht sich als ein "Musiktheater nach Gedichten von Gu Cheng" Besprechung von Wolfgang Fuhrmann (Berliner Zeitung). Zu Gu Cheng: Porträt von Eliot Weinberger, einige Gedichte.
5.3.2006 Mian Mian: Bad girl grows up Mian Mian, the "bad girl" of 21st century Chinese literature, is perfectly happy with her fame or infamy in China. Quelle: The Standard.
25.2.2006 Es knurren die Verräter Nicht nur in der Wirtschaft: China hat auch im Kriminalroman Konjunktur. Tobias Gohlis (Die Welt) über Qui Xiaolong: Schwarz auf Rot und Jonathan D. Spence: Verräterische Bücher (Übersetzungen: Susanne Hornfeck).
18.2.2006 Neuerscheinung: "Die Mondgöttin" von Bi Feiyu, aus dem Chinesischen von Marc Hermann.
16.2.2006 Porträt der Pekinger Schriftstellerin Tie Ning. Quelle: Renminwang.
11.2.2006 Arno Widman bespricht im „Perlentaucher“ die in der Friedenauer Presse unter dem Titel „Am Törichten Bach“ erschienenen Liu Zongyuan-Übersetzungen von Raffael Keller.
9.2.2006 Mo Yan empfiehlt das Buch „Nur ein Kleinbürger“ von Cerami Vincenzo. Eine Übersetzung erschien 2002 im Renmin Wenxue-Verlag (ISBN 7-02-003917-0/I).
22.1.2006 Lesungen zu Mo Yan, Alai, Zhang Jie, Yu Hua, Gao Xingjian, Ha Jin, Bi Feiyu, Li Dawai, Sheng Keyi und Guo Xiaolu im Rahmen von: China - Zwischen Vergangenheit und Zukunft Fotografie, Oper, Musik, Film , Lesungen, Konferenz. Ein Projekt zur zeitgenössischen Kunst Chinas. 24.03.2006 bis 14.05.2006, veranstaltet vom Berliner "Haus der Kulturen der Welt".
5.1.2006 Nicole Henneberg bespricht in der FR Erzählungen der in Berlin lebenden Autorin Luo Lingyuan: “Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!” (München: dtv, 2005). Vgl. Besprechung von Andreas Landwehr.
19.12.2005 A short story of - success A literary contest has been promoting and encouraging creative writing in Hong Kong for years - and winning has proved the incentive for many new writers to continue, writes Albert Wong. Quelle: The Standard.
17.12.2005 Als "Großtat" würdigt Rezensentin Susanne Weigelin-Schwiedrzik die "Geschichte der chinesischen Literatur" des Sinologen Wolfgang Kubin, von der nun der siebte Band über das 20. Jahrhundert vorliegt... Der Perlentaucher über eine Rezension in der FAZ.
19.10.2005 Ba Jin Chinese writer who made the journey from anarchism to Mao and back again Von John Gittings (The Guardian).
18.10.2005 Ba Jin, der große alte Mann der chinesischen Literatur, ist tot Von Johnny Erling (Die Welt)
11.10.2005 "Born in 1954, Wang Anyi is one of contemporary China's most influential and innovative writers. Wang is currently the chairperson of the Shanghai Writers' Association. She has written more than five million Chinese characters..." Quelle: chinaview/Xinhuanet.
27.8.2005 Karpfenkopf und Kirschlippen Manuel Brug bespricht in der Welt Qiu Xiaolongs Roman "Schwarz auf Rot. Oberinspektor Chens dritter Fall" (aus dem Englischen von Susanne Hornfeck).
13.8.2005 Kenny Ng rezensiert Mo Yans Roman Big Breasts and Wide Hips, übersetzt von Howard Goldblatt.
11.8.2005 Nachtrag: "Did Ha Jin plagiarize a Korean War Memoir for War Trash?" Aus Danwei.
25.6.2005 Next stop, Forbidden City Eliot Weinberger in der London Review of Books über den Lyriker Gu Cheng.
18.6.2005 Nachtrag: Udo Steinke bespricht den Roman Leben von Yu Hua, übersetzt von Ulrich Kautz.
18.6.2005 Nachtrag: Novellen der Qing-Zeit Übersetzt von Rainer Schwarz.
13.6.2005 Modern Chinese literature promoted overseas Quelle: Xinhuanet/Chinaview.
12.6.2005 Kurzbesprechungen chinesischer Erzählliteratur bietet yellowbridge.com.
11.6.2005 Martin Winter bespricht Mo Yan's Schnapsstadt (Jiuguo), übersetzt von Peter Weber-Schäfer. Quelle: chinatoday.com. Weitere drei Besprechungen im Perlentaucher.
11.6.2005 Great leap forward Chinese literature is overlooked in the west but a new English edition of a classic novel could change that.. How come substantial numbers of British readers of literary fiction can conjure with a few names from recent Japanese literature - Yukio Mishima, Yasunari Kawabata, Haruki Murakami - while the Chinese Shen Congwen, Qian Zhongshu and Mo Yan languish in near-total obscurity? Besprechung von Qian Zhongshu's Fortress Besieged (Weicheng), von Julia Lovell. Quelle: The Guardian.
11.6.2005 Shanghai Schicksal Entführt von Marilyn Monroe, Richard Nixon und der Grünen Bande: Georg Klein erzählt von einem Lyriker, der in China verschütt geht. Fiktionaler Text; Georg Klein erhielt im Jahr 2000 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
7.6.2005 Nachtrag: Zhang Yushu: Fausts Weisheit lohnt die Mühe Johnny Erling befragt den Germanisten Zhang Yushu zur Goethe-Rezeption in China. Aus dem Rheinischen Merkur vom 16.12.2004.
14.5.2005 Foreign writers paying visit to Zhejiang They were invited by the Zhejiang Writers Association. Accompanied by Chinese authors including Wang Meng and Chen Jiangong... Quelle: Chinaview/Xinhuanet.
20.3.2005 Christiane Hammer bespricht in der NZZ das 2004 erschienene Lexikon der Chinesischen Literatur (herausgegeben von Volker Klöpsch und Eva Müller unter Mitarbeit von Ruth Keen).
24.2.2005 Georg Blume in der ZEIT über die "Internet-Poetin" Yin Lichuan.
19.2.2005 "Poetrysky.com is the first bilingual poetry website in the world publishing both English and Chinese versions of poetry. It was founded by Yidan Han, a Chinese poet based in Providence, Rhode Island, USA in December 2004..." (Hinweis von IGCS)
16.2.2005 Über 600 chinesische Autoren enthält eine Index-Datenbank der Zeitschrift Renditions. Besonders die Kurzbiographien zu zeitgenössischen Autorinnen und Autoren sind - obwohl alles andere als vollständig - sehr nützlich, da es hierzu noch kaum Nachschlagewerke gibt (Hinweis von IGCS).
7.2.2005 Shanghai Star porträtiert den aus Zhejiang stammenden Honkonger Journalisten und Romancier Jin Yong, den seine Schwerthelden-Romane zum meistgelesenen chinesischsprachigen Autor gemacht haben (geschätzte Gesamtauflage: über 1 Mrd Ex.). Im Alter von 80 Jahren ist Jin Yong als Leiter eines Instituts der Zhejiang Universität (Hangzhou) zurückgetreten; davor gab es Diskussionen über seine Qualifikation als akademischer Lehrer. Am 26.12.2004 überlebten Jin Yong (bürgerlich: Louis Cha) und seine Familie in Phuket die Tsunami-Katastrophe unverletzt (dazu AP-Meldung). Quelle
5.2.2005 Der 1958 in Henan geborene Autor Yan Lianke 阎连科 erhält den zum dritten Mal vergebenen Mao Dun-Preis für seinen Roman "Shouhuo 受活". Der vom Autor als experimentell bezeichnete Roman handelt laut RMW von einem Dorf von Krüppeln, denen die von Gesunden bevölkerte Aussenwelt nicht geheuer ist. Ein Landrat, der ursprünglich den Leichnam Lenins kaufen wollte, um den Tourismus in seiner Region anzukurbeln, entdeckt schliesslich, welche Ressourcen in diesem Dorf ("Shouhuo Zhuang 受活庄") stecken. Die Jury scheint in dem Roman eine Parabel zu sehen: nach ihrer Begründung für die Preisvergabe hat Yan Lianke damit auch die Geschichte einer nationalen Befindlichkeit in einer besonderen Epoche geschrieben (一部特殊历史时期的“民族精神史”). Ausserdem wurden Erzählliteratur von Zeng Zhe, Cheng Qing, Wei Ran und Mao Yinpeng sowie ein Drama von Lan Xiaolong ausgezeichnet. Quelle Vgl. Erwähnung von Yan Lianke in einem Paper von Gang Yue, University of North Carolina.
3.2.2005 Verlagsinformation: Writing Women in Modern China An Anthology of Literature by Chinese Women from the Early Twentieth Century. Translated and Edited by Amy D. Dooling and Kristina M. Torgeson (Columbia University Press, 1997).
3.2.2005 Ausgegraben: Der chinesische Autor Qian Fuchang schreibt einen am Handy zu lesenden SMS-Roman (60 Abschnitte mit je 70 Schriftzeichen), meldete BBC News am 12.7.2004, vgl. Meldung in China Daily.
29.1.2005 Der Shanghaier Autor Guo Jingming 郭敬明, einer der bekanntesten Vertreter der "80er Generation ‘80后’作家", wurde zusammmen mit seinem Verlag zur Zahlung von 200.000 Yuan Schadensersatz wegen Plagiarismus verurteilt, ausserdem darf das Buch nicht mehr ausgeliefert werden.

Ein Pekinger Gericht sah es im Dezember als erwiesen an, dass er in seinem Roman "Meng li hua luo zhi duo shao 梦里花落知多少" ("Wieviele Blüten sanken nieder im Traum") ein Werk der Pekinger Autorin Zhuang Yu 庄羽 ausgeschlachtet habe. Ein Leserbrief aus Fujian bedauert nun das Überhandnehmen dieser Art von "schriftstellerischem Doping" (文坛“兴奋剂”) und beklagt, dass selbst Literaten, die doch "das Gewissen der Nation 社会的良知" sein sollten, heute kein Gewissen mehr hätten. Ausserdem komme die angesichts einer Million verkaufter Exemplare vergleichsweise niedrige Strafe einer Duldung solcher Praktiken gleich. Quelle
20.1.2005 Sina.com (Xinlang) vergibt Literaturpreis. Die Autorin Qian Liyan 千里烟 aus Wuhan bekam den ersten Preis dieses Wettbewerbs für in chinesischer Sprache verfasste Literatur 新浪第二届华语原创文学大奖赛 für ihren Roman Aiqing doudou 爱情豆豆. Den "interaktiven Jugendpreis 青春互动大奖" erhielt der ebenfalls aus Wuhan stammende Informatikstudent He Xiaotian 何小天 für Shei shuo qingchun bu neng cuo 谁说青春不能错" ("Wer sagt: Jugend kann nicht irren?"). An der Preisverleihung nahmen der Herausgeber der Pekinger XIN JING BAO, Dai Zigeng 戴自更, die Autoren Liu Yong 刘墉 (Taiwan), Mo Yan 莫言 und als "PR-Sprecher 形象代言人" (?) der Autor Guo Jingming 郭敬明 teil. Die Texte des Wettbewerbs waren zuerst im Internet erschienen. Zur 47köpfigen Jury gehörten u.a. Jin Yong, Bai Xianyong (Taiwan), Yu Guanzhong, Jia Pingwa, Tie Ning, Yu Qiuyu, Liu Zhenyun, Hai Yan, Zhou Guoping und Bai Ye. Qian Liyans Roman beschreibt die Abenteuer eines elternlosen Shanghaier Mädchens namens Xu Doudou 许豆豆 in Peking. Quelle, Links zu den preisgekrönten Texten und zahlreiche Bilder hier.
16.1.2005 Der Autor Mo Yan wurde mit dem Premio Nonino 2005 ausgezeichnet. Meldung in RENMIN WANG und Il Manifesto.
11.1.2005 Ein Artikel von Hang Ling in GUANGMING WANG vom 10.1. zählt Übersetzungsprojekte und bereits erschienene Übersetzungen französischer Verlage zur aktuellen chinesischen Literatur auf, die im Vorfeld oder anlässlich des chinesisch-französischen Kulturjahres 2004/2005 entstanden sind. Hier eine Liste der erwähnten Autoren und Titel. Quelle
30.12.2004 Die XIN JING BAO über Büchner-Preisträger Wilhelm Genanzino (bei tom.com). Quelle
29.12.2004 Bi Feiyu 毕飞宇 erhält nach einer Mitteilung des Chinesischen Schriftstellerverbandes den dritten Lu Xun-Literaturpreis 鲁迅文学奖 in der Sparte zhongduanpian xiaoshuo (Novellen und mittellange Romane) für den Roman Mais 玉米. Quelle Links zu Bi Feiyu: Frank Meinshausen, Kurzbiographie (franz.) Text von "Mais", Kurzbiographie und Bild des Autors, weitere Werke online, "Mais": Besprechung von Zhao Weimin, RENMIN WANG über "Qingyi 青衣 " und "Mais". In der von Frank Meinshausen hrsgg. Anthologie Das Leben ist jetzt ist Bi Feiyu mit der Erzählung "Fernsteuerung" vertreten.
29.12.2004 MCLC Resource Center "This resource center contains, among other things, bibliographies of mostly English-language materials on modern Chinese literature, film, art, and culture and is maintained by Kirk A. Denton at the Department of East Asian Languages and Literatures, The Ohio State University, in conjunction with the journal Modern Chinese Literature and Culture."
27.12.2004 Rezension von "Roter Mohn" in Listen-Online.
24.12.2004 Der Perlentaucher setzt bei seinen "50 besten Büchern des Jahres" einen China-Schwerpunkt: "Das chinesische Kino explodiert vor Kreativität, nun kommen auch einige interessante Romane chinesischer Autoren". Empfohlen werden Ha Jin - "Verrückt", Xu Xing - "Und alles, was bleibt, ist für dich", Alai - "Roter Mohn" und Ian Buruma - "Chinas Rebellen. Die Dissidenten und der Aufbruch in eine neue Gesellschaft". Quelle
22.12.2004 Liu Xiaobo von Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet. Quelle
21.9.2004: Perlentaucher referiert SZ-Besprechung von Zhai Yongmings Kaffehausliedern, übersetzt von Wolfgang Kubin.
30.8.2004: Der Autor Xu Xing, im deutschen Sprachraum vertreten mit dem Roman "Und alles, was bleibt, ist für dich" ist bereits seit einigen Jahren in Frankreich durch Übersetzungen bekannt. Am 27. August wurde er in der französischen Botschaft in Peking mit dem Orden "chevalier de l’Ordre français du Mérite" ausgezeichnet (Bilder). Sein Roman "Und alles, was bleibt..." wird demnächst in China erscheinen. Eine im Internet vorveröffentlichte Version scheint an sensiblen Stellen gekürzt worden zu sein. Kritiken: Die Zeit , taz , perlentaucher. Xu Xing griff im chinesischen Internet den grassierenden Auto-Wahn an. Ein Nebenprodukt ist ein Artikel in der ZEIT über Ferrari in China. NANFANG ZHOUMO vom 12.8.2004 über ihn. Sina.com bringt Interview der XIN JING BAO mit Xu Xing unter dem Titel: "Wenn ich singe, dann solo." Xu Xing wird im Dezember 2004 an der Universität Frankfurt Vorlesungen über chinesische Literatur halten.
Ergäenzung vom 28.9.2004: Zwei Files zu Xu Xing bei Net Ease.
28.8.2004: Jungautoren erobern chinesischen Buchmarkt. Details
26.8.2004: Vom "erotischen Schriftsteller" zum "Meister der Literatur". Am 17.8. übernahm die PD-Online einen längeren Artikel (Autor: Liu Hongtao) über die Wiederentdeckung bzw. Rehabilitation von Shen Congwen (1902-1988) in der VR China aus der DUSHU BAO. Nach Expertenmeinung und nach seiner Position in wichtigen Sammelwerken der 90er Jahre werde Shen Congwen jetzt mit Lu Xun zu den zwei wichtigsten Autoren der Republikzeit gezählt, seinem Einzelwerk Biancheng ("Grenzstadt") habe selbst Lu Xun, dessen Stärke die Novelle und der Essay waren, nichts entgegenzusetzen. Nur Lao She wird vereinzelt ebenso ranghoch gesehen. Entscheidend für das literarische Verstummen Shen Congwens, der dann der Begründer der Kostümgeschichte Chinas wurde, sei eine 1948 von Guo Moruo abgefeuerte Breitseite gewesen. Der Literat, Übersetzer deutscher Literatur und spätere Kulturpapst Maos habe Shen Congwen in einer Hongkonger Literaturreihe als "Erotik-Schriftsteller" (tao2hong2se4 zuo4jia1) verunglimpft, der absichtlich seine Leser verweichliche und ihnen den Kampfgeist nehme. Dies sei aber nur der Gipfel einer linken Kampagne in den 40er Jahren gegen Shen Congwen gewesen, der schliesslich sogar einen Selbstmordversuch unternommen habe.Von der ausländischen Sinologie sei Shen Congwen immer sehr hoch eingeschätzt worden, in China selbst hätten sich Ding Ling (1980) und Zhu Guangqian (1983) zuerst für seine Neubewertung eingesetzt. Quelle
Links zu Quellen in westlichen Sprache: Selected Short Stories (Bilingual edition)
24.8.2004: Auf den Literatur-Seiten von sina.com gibt es nicht nur viele Informationen, zahlreiche aktuelle und noch nicht erschienene Titel sind auch im Volltext aufgenommen. Einge Beispiele: Meng4 li3 hua1 luo4 zhi1 duo1shao3 von Guo Jingming, einem Vertreter der Jungautoren der 80er Generation, Chen2ai1 luo4 ding4 von Alai ("Roter Mohn", übersetzt von Karin Hasselblatt) und Wo3 de chan2 von Wei Hui ("Shanghai Baby"), laut Kommentar das erste Buch der Autorin seit vier Jahren, neben der chinesischen Ausgabe würden gleichzeitig (!) Übersetzungen ins Japanische, Spanische, Italienische, Englische und Deutsche erscheinen. Auf einer Übersichtsseite kann man auch nach Autorennamen und Titeln suchen. RM
Wei Hui, sprechbereit mit
Mikrophon. Bild: sina.com.
Nach PD Online hat die Pekinger Schriftstellerin Zhao Ning mit den Aussprüchen Kritik auf sich gezogen, sie sei eine "mutige Autorin" und "schreibe mit der Brust" [yong4 xiong1kou3 xie3zuo4, "xiong1kou3" meint eigentlich die Magengrube, wird aber auch gleichbedeutend mit "Brust, Busen" verwendet].
Süffisant heisst es in dem Artikel, der sich hart an der Grenze zur Satire bewegt, wenn die "Körperliteratur" sich jetzt vom Unterleib zum Oberkörper aufschwinge, dann stehe das nicht für einen Fortschritt der Autorinnen, sondern für die Dekadenz der Literaturszene. Männliche Kollegen wie Ye Zhaoyan hätten Unverständnis signalisiert. Er wisse nicht einmal, wie man "mit dem Körper schreiben" könne, ganz zu schweigen von der Brust. Er habe von Zhao Ning keine Romane gelesen, nur Essays. Letztere schätze er, und er bezweifle fast, dass der Ausspruch wirklich von Zhao Ning stamme. Der Pekinger Autor Shi Kang habe kein Blatt vor den Mund genommen: Hässlich wie Zhao Ning sei, habe sie vielleicht wenig Gelegenheit zum Sex und müsse auf literarische Weise ihren Druck abbauen.
Unter Zhao Nings Kolleginnen wird die "Jungschriftstellerin" Rao Xueman zitiert, die mit vierzehn zu Schreiben begonnen habe und schon 30 Werke aufzuweisen habe, fast alles Bestseller. Sie verstehe nicht, was "mit dem Körper schreiben" bedeute, das überlasse sie dem Leser.
Su De habe die Sache als Effekthascherei abgetan und Widerwillen geäussert. "Xiong1kou3", das sei doch gleichbedeutend mit "Busen", und mit dem Busen zu schreiben, das wäre doch allzu - na ja...
Zhao Ning habe sich in einem Interview unberührt von der Kritik gezeigt. Der Busen sei ein empfindsamer Körperteil der Frau, und zudem ihr schönster. Diese Art zu schreiben würde ihre Wirkung auf Männer nicht verfehlen. Sie kritisierte ihrerseits Chun Shu, deren "Körperliteratur" nicht halte, was sie verspreche. Man bekomme nur eine Körperhülle und die Verpackung von Jugend vorgesetzt, aber keine Gefühle, die die Brust erfüllen und zur Aktion anfeuern. RM
Quelle: PD Online vom 1.7.2004, übernommen aus JIANGNAN SHIBAO (Jiangnan Times)