8.6.2005 Despite polls, the party is king Reuters-Bericht zum Thema Dorfwahlen in China (Quelle: Standard).
4.6.2005 Words that haunt Beijing A secret manuscript that Beijing is desperately trying to stop from being published outlines late leader Zhao Ziyang's plea for the mainland to abandon one-party rule and follow the path of democracy. Von Cindy Sui (AFP/Standard).
30.5.2005 Verhältnis Peking-Vatikan: Beijing, Vatican Appear Eager for Ties (AP/Los Angeles Times, 29.5.2005), Pope greets Hong Kong pilgrims (AFP, 25.5.2005).
28.5.2005 The lure of Beijing Europe's US-inspired suspension of plans to lift its arms embarago on China offers a chance to think through its own strategic interests in Asia. Analyse von Charles Grant (Director of the Centre for European Reform and co-author of Embracing the Dragon: the EU's partnership with China). Quelle: Guardian.
11.5.2005 Nachtrag: Sudan's oil makes China a defender against U.N. Largely overlooked by the outside world, China has become the key player in Sudan's oil industry...Von David Blair (London Daily Telegraph, 26.4.2005)
10.5.2005 Diane Lee in Shanghai RENMINWANG-Reporter Wang Yao berichtet vom Besuch des taiwanesischen Vorsitzenden der People First Party 亲民党 James Soong [Soong Chu-yu, James Chu-yu Soong, Song Chuyu 宋楚瑜] in Shanghai. Nach ihm könnten "alle Nachkommen des Gelben Kaisers" stolz auf die Fortschritte dieser Stadt sein. Nur wer Shanghai gesehen habe, würde die Reformen Chinas in den letzten gut zehn Jahren erfassen, nur der könne nachvollziehen, warum die Geschäftsleute aus Taiwan die "drei Verbindungen" so sehnsüchtig erwarteten, und nur der könne die Zukunftsperspektiven und Hoffnungen Chinas verstehen. Als sich die Journalisten aus Taiwan im Transrapid unter der Geschwindigkeitsangabe "436 km/h" fotografieren liessen, kam dem Reporter der Ausspruch der "schoenen Abgeordneten" Diane Lee [Lee Ching-an, Li Qing'an 美女“立委”李庆安] wieder in den Sinn: Die Taidu [Unabhängiges Taiwan]- Anhänger sollten alle mal nach Shanghai kommen, um hier eine Wohnung zu kaufen, dann würden sie selbst mitbekommen, wie das Festland heute aussieht. Dann würden die Immobilienpreise in Shanghai noch weiter in die Höhe gehen, denkt sich der Reporter, aber dieses Opfer müsse eben für das Vaterland gebracht werden. Quelle (Vgl. Diane Lee am Krankenbett, nach Ohrfeigen eines Parlamentarierkollegen, den sie einen Gangster genannt haben soll; James Soong in Nanjing, sein Treffen mit Wang Daohan)
18.3.2005 Reassurance across the straits There are other ways for Beijing to achieve reunification with Taiwan than issuing military threats. Von Isabel Hilton, The Guardian.
16.3.2005 In traditioneller Weise berichtet RENMIN WANG unmittelbar nach Verabschiedung des "Gesetzes gegen die Spaltung des Landes" von der "Zustimmung der Landsleute im In- und Ausland". Aus Deutschland werden die Stimmen zweier Vorsitzender eines Gesamtverbandes von Auslandschinesen in Deutschland (全德华侨华人联合总会), Zhang Jincai und Li Qichang zitiert. Das Gesetz richte sich nur gegen die sezessionistischen Elemente der Unabhängigkeitsbewegung, nicht gegen die Bevölkerung Taiwans. Jedes Land würde schliesslich seine Einheit und Sicherheit durch Gesetze schützen. Auch eine Dachorganisation von Vereinigungen chinesischer Wissenschaftler und Studenten in Deutschland (中国留德学者学生团体联合会) bekundete seine Zustimmung.
14.3.2005 "...it seems that the party's single biggest foreign-policy plank - the reincorporation of Taiwan back into 'The Motherland'' - is a political winner among ordinary Chinese. Which is to say, the United States, which supports Taiwan's continued independence, has probably found itself on the wrong side of China's emerging political majority...", schreibt James Pinkerton im Hongkonger Standard.
8.3.2005 Beijing will tighten curbs on land use this year, seeking to prevent a rebound in inflation and fixed-asset investment as Premier Wen Jiabao tries to slow growth in the world's fastest-expanding major economy... schreibt der Hongkonger Standard. Vgl dazu den CHINABLÄTTER-Index zum Schlagwort "tudi" in Gesetzen und Bestimmungen der VRCh.
7.3.2005 Der als "schwarzes Pferd der Demokratie" gehandelte Hu [Jintao] - im Chinesischen ein Synonym für Überraschungssieger - hat sich als Tiger entpuppt. Zu große Sprünge hatten manche Beobachter von der neuen chinesischen Führung erwartet, die Beharrungskraft des Systems und den Machtwillen der Partei unterschätzt... schreibt Kristin Kupfer (Ruhr-Universität Bochum) in Das Parlament am 21.2..
2.3.2005 Was the War Pointless? China Shows How to Bury It. In der NYT vom 1.3. berichtet Howard W.French ausführlich über die Nicht-Aufarbeitung des chinesischen Vietnamkriegs von 1979. "...If the Chinese authorities have been so zealous about suppressing debate it is perhaps because the experience, which effectively ended in a bloody stalemate, runs so contrary to the ruling Communist Party's prevailing narratives of a China that never threatens or attacks its neighbors, and of a prudent and just leadership that is all but infallible. The ungainly name assigned to the conflict, the "self-defense and counterattack against Vietnam war," seeks to reinforce these views." "... Others say the war was started by Mr. Deng to keep the army preoccupied while he consolidated power, eliminating leftist rivals from the Maoist era."
1.3.2005 Politbüromitglied Luo Gan warnt in der Zeitschrift Qiushi wieder vor "feindlichen Kräften im In- und Ausland". Der Hongkonger Standard druckt Meldung von AFP.
6.2.2005 RENMIN WANG (Übernahme von "ZHOUMO", Nanjing) porträtiert den 35jährigen Vizeleiter der staatlichen Umweltschutzbehörde 国家环保总局, Pan Yue 潘岳. Am 18.1. habe er die sofortige Einstellung von 30 umweltschädlichen Grossprojekten (严重违反环境法律法规的建设项目) gefordert und sei damit in der Öffentlichkeit überwiegend auf Zustimmung gestossen (vgl. Artikel von Georg Blume). Er bezeichnet sich als "Nachhaltiker" (可持续论者) und kündigt an, auf das Jahr 2004, das das "Jahr der Rechnungsprüfung 审计年" gewesen sei, werde nun ein " Jahr des Umweltschutzes" folgen. Pan Yue, der in der Behörde auch für Umweltfolgenabschätzung 环境影响评价 zuständig ist, kündigt harte Sanktionen an, die die Einstellung obsolet machen würden, das Umweltrecht sei nur rubber-stamp 橡皮图章. Quelle Vgl. Artikel von Johnny Erling vom 3.11.2004.
4.2.2005 Ein Kommentator von GUANGMING Online sieht die Graswurzel-Demokratie 草根民主 auf dem Land in China auf dem Vormarsch. Derzeit würden für fast alle der über 600.000 Dorfkomitees Chinas Direktwahlen 直接选举 durchgeführt, wenn auch in unterschiedlich systematisierter und regulierter Form. Das Vorkommen von Stimmenkauf 贿选 nähmen viele als Vorwand dafür, die Direktwahlen auf dem Dorf abzuschaffen. Dies sei aber "Nichtstuerlogik 懒汉的逻辑", denn das fehlende Demokratiebewusstsein 民主意识 bei der Landbevölkerung könne sich nur in der Praxis bilden. Es wird betont, dass es sich dabei um endogene demokratische Strukturen Chinas 中国土生土长的一种民主制度 handele. Artikel bezieht sich mehrfach auf ein Interview (Englisch hier) der RENMIN RIBAO vom 28.1. mit dem zuständigen Abteilungsleiter im Zivilministerium, Zhan Chengfu (民政部基层政权司司长詹成付). Quelle
19.1.2005 Laut RENMIN WANG konnten am 18.1. in- und auslaendische Journalisten (u.a. CNN) in einem Gefängnis in Zhengzhou Wang Jingdong interviewen. Er überlebte die Selbstverbrennungsaktion am 23.1.2001 am Platz des Himmlischen Friedens. Quelle
12.1.2005 Cheng Yawen, Fellow an der Militärwissenschaftlichen Akademie 中国军事科学院 fordert eine Anpassung der Rüstungsanstrengungen Chinas an die wirtschaftliche Entwicklung 关键还是要在国防建设与经济建设上取得协调. In der Gesamtstrategie für China müsse man davon abkommen, die Probleme nur mit den Augen des Ökonomen zu betrachten 单纯用经济学看问题. Zwar nehme der internationale Druck auf China ab (so der Titel des Artikels), das neue Konkurrenzverhältnis zwischen den USA und Europa, das an die Stelle der traditionellen Freundschaft trete, eröffne China neuen Spielraum, doch dazu müsse China schnellstmöglich seine eigenen Kräfte stärken 抓紧时间提高自身的能力. Bei einem zukünftigen Zwist zwischen China und den USA 未来一旦中美之间发生纠纷 sei die Wahrscheinlichkeit nicht mehr so gross, dass sich Europa und die USA wieder zusammentun würden, um Druck auf China auszuüben. Der Irakkrieg habe gezeigt, dass Amerika auf immer weniger Gefolgschaft bauen könne. Ein Held, dessen Aufrufen niemand mehr Gefolgschaft leistet, sei zwar immer noch ein Held, doch er sehe sich allein auf weiter Flur 一个没有号召力的英雄当然还是英雄,但当英雄四顾时,身后一片苍茫,无人在侧, und sein Niedergang sei unausweichlich. Für die Wahrung von China Sicherheit und Interessen sei letztlich jedoch die eigene Stärke 自身的力量 entscheidend, selbst die einfallsreichste Diplomatie 外交上的奇思妙想 könne nur Teil eines Ganzen sein. So seien auch die Möglichkeiten des wirtschaftlich vereinten Europas zur Ausbalancierung der US-Hegemonie begrenzt, da dort militärisch und politisch jeder Nationalstaat immer noch sein eigenes Süppchen koche 各个民族国家各行其是. [RENMIN WANG, übernommen von der GLOBAL TIMES vom 10.1.2005]. Quelle
10.1.2005 Ungleichgewicht bei der Steigerung der Bildungsausgaben: Nach einem Bericht des Erziehungsministeriums, des staatlichen Statistikamtes und des Finanzministeriums hat die Zentralregierung 2003 mit 385 Mrd Yuan (von 620,8 Mrd national) 10,29% mehr als im Vorjahr für die Bildung ausgegeben. Der Anteil der Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben sei jedoch bei 17, also mehr als der Hälfte der Provinzen, Selbstverwaltungsgebiete und regierungsunmittelbaren Städte gesunken. Quelle
4.1.2005 Linkliste: RMRB-Artikel zur Reform des Sicherheitsrates.
3.1.2005 Linkliste: Pressekonferenzen und Stellungnahmen von Sprechern des chinesischen Aussenministeriums in 2004.

Nach einer neuen Regelung der Provinz Zhejiang durchgeführte Dorfwahlversammlung in Moushan Cun (Stadt Yuyao, 30.12.2004). Quelle

1.1.2005 Linkliste: Gemeinsame Erklärungen 联合声明 Chinas mit anderen Ländern und der EU im Jahr 2004.
1.1.2005 Linkliste: 2004 veröffentlichte Weissbücher 白皮书 der chinesischen Regierung.
21.12.2004 Das System von Institutionen für die Beglaubigung elektronischer Unterschriften 为电子签名使用者提供认证服务的第三方认证机构 müsse über das bestehende Gesetz über elektronische Unterschriften 电子签名法 hinaus noch verbessert werden, meint Yi Zhibin 易志斌 von der juristischen Fakultät der Universität Wuhan 武汉大学法学院 . Quelle (GUANGMING) Wortlaut des am 28.8.2004 vom Ständigen Ausschuss des NVK verabschiedeten Gesetzes hier.
12.12.2004 Mei Zhaorong, früherer chinesischer Botschafter in Deutschland und Ex-Präsident der "Aussenpolitischen Studiengesellschaft des chinesischen Volkes" 中国人民外交学会 (offizielle Bezeichnung Chinese Peoples' Institute of Foreign Affairs bzw. Institut des Chinesischen Volkes für Auswärtige Angelegenheiten), hat für einen Artikel über die europäisch-amerikanischen Beziehungen "zwei ehemalige Bundeskanzler und einen ehemaligen Bundespräsidenten" interviewt, deren Namen wir allerdings nicht erfahren. Er warnt zwar zuletzt, man dürfe die US-europäischen Differenzen nicht überschätzen 对欧美分歧又不应看得过重, doch zuvor erfährt man Wissenswertes und auch pikante Details zu diesem Lieblingsthema chinesischer Geostrategen; z.B., dass die Chemie zwischen Schröder und Bush nicht stimmt 施罗德与布什是谈不拢的一对 , und dass auch Chirac und Blair kein enges Verhältnis zustandebringen 希拉克与布莱尔之间也难以建立密切的个人关系. Für Chinesischlerner bildet der Artikel mit seinen prägnant übersetzten Zitaten und Termini eine Fundgrube. Beispiele: Amerika braucht Partner und Verbündete, aber hier muss es noch viel lernen 美国需要伙伴和盟国,它在这方面还得学习, die Türkei passt in kultureller und religiöser Hinsicht nicht nach Europa 土在文化、宗教上与欧洲格格不入, die Rheinische Marktwirtschaft (eigentlich: Rheinischer Kapitalismus) 莱茵市场经济模式 . Zu wünschen bleibt, dass bald auch deutsche Exdiplomaten und Publizisten nach China reisen und dort Jiang Zemin, Zhao Ziyang und Zhu Rongji zur Taiwan-Frage und zum chinesisch-japanischen Verhältnis befragen können. Quelle Weitere aktuelle Links zu Mei Zhaorong: A, B und C.
5.12.2004 Texte zur Einstimmung auf die Kanzlerreise nach China, von Johnny Erling, Michael Fuchs (MdB) und ihm selbst (Interview der Wirtschaftswoche vom 29.9.).Update vom 11.12.: "Schröder zeigt Flagge" und andere Artikel von Johnny Erling zum Ablauf des Kanzlerbesuchs in Peking und Changchun. Ferner: Tagesspiegel (Harald Maass), dpa-AFX, Spiegel-Online (Peking), Spiegel Online (Changchun), Stern, Tagesschau, ntv - und "Changchun" war Wort des Tages des nützlichen Leipziger deutschen-deutschen Online-Lexikons.
4.12.2004 China überrascht die USA mit neuem Atom-U-Boot, schreibt die Washington Times. Siehe ferner AP-Meldung.
3.12.2004 Ein Artikel in der Online-Ausgabe der GUANGMING DAILY vom 2.12. beschäftigt sich mit der Abschaffung der Todesstrafe in China. Tenor: eine stufenweise Abschaffung (zunächst z.B. für Wirtschaftsverbrechen) sei inzwischen das offen proklamierte Ziel vieler Fachleute. Doch die Juristen hätten den Widerstand aus der Bevölkerung unterschätzt. Erwähnt wird eine Statistik des Webportals Sohu, nach der sich die überwiegende Zahl von Postings zu dem Thema für die Beibehaltung der Todesstrafe auch bei solchen Verbrechen ausgesprochen habe. Ein Argument sei z.B.: Wenn so viele Hinrichtungen die Korruption nicht stoppen können, was wird dann erst ohne Todesstrafe? Artikel enthält im letzten Abschnitt einen am Strafrechtszentrum der Volksuniversität 中国人民大学刑事法律科学研究中心 erarbeiteten Vierstufenplan zur Abschaffung der Todesstrafe bis etwa 2040/2050, skizziert von Prof. Zhao Bingzhi 赵秉志教授 . Quelle Update: AP-Meldung vom 5.12.2004.
2.12.2004 Nicholas D.Kristof in der NYT vom 1.12. über den Fall Zhao Yan (Mitarbeiter des Pekinger Büros der NYT). Er schreibt, auch in den USA gebe es wegen ihres Berufs einsitzende Journalisten, aber China hielte den Rekord mit 42. Wenn China sich als fortschrittliche Nation darstellen wolle, könne es nicht nur auf Wolkenkratzer und Raumschiffe bauen, sondern brauche Feiheit. Sonst gälte das Sprichwort "lüfendanr, biaomianr guang", "von aussen glänzen selbst Maultieräpfel". Quelle
Aus dem Foto-Blog http://22catcher.com/
1.12.2004 Der Kommentator der GUANGMING DAILY sieht in der Ukraine einen vom Westen betriebenen "postmodernen Putsch 后现代政变 ". Schon 2000 hätte "der Westen" unter dem Vorwand von Wahlbetrug 选举舞弊 Milosevich entmachtet, ebenso letztes Jahr Schewardnadse. Besonders die Ukraine sei als letztes Bollwerk 最后防线 gegen die Ost-Erweiterung von NATO und EU für Russland sehr wichtig. Quelle
1.12.2004 Kommentator der GUANGMING Online konstatiert in der Überschrift zunächst "Sprachlosigkeit" angesicht der Serie von Grubenunglücken, fordert dann aber doch die Todesstrafe für die Verantwortlichen. Trotz Geldstrafen würden die Bosse immer noch Gewinne einfahren. Deswegen helfe nur noch 以牙还牙,以命还命 "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und "Leben für Leben". Quelle
12.11.2004 Der Korrespondent der GUANGMING RIBAO in Japan macht sich Gedanken darüber, warum in Japan Kriegsszenarien 战争假想 verbreitet würden, in denen China Japan angreift. Analysten sähen dahinter bestimmte Absichten des japanischen Verteidigungsministeriums. Hinter dieser "Besorgnis" Japans sei die Bereitschaft zur Einmischung in die Taiwan-Frage erkennbar. Nach den japanischen Szenarien würden im Falle eines Taiwan-Krieges die USA eingreifen, Japan hätte dann eine Beistandspflicht gegenüber den USA und würde zur Kriegspartei. Quelle
10.11.2004 "Sind Streiks Anlass zur Freude oder zur Sorge?" Unter dieser seltsamen Ueberschrift berichtet Yu Fenghui, Kommentator der GUANGMING online, zunächst von einem Arbeiterprotest in Panyu (Guangdong). Nach einem Bericht der NANFANG DUSHI BAO vom 8.11. hätten an die tausend streikende Beschäftigte das Tor ihrer Fabrik in der Strasse Qiaodong Huanlu blockiert und einen Diaolg mit der Betriebsführung verlangt, ferner die Erhöhung des Grundlohnes, die rechtzeitige Auszahlung des Lohns und "einen Ruhetag pro Woche". Er fordert, die Regierungen aller Ebenen müssten endlich das geltende Arbeitsrecht in Realität umsetzen, die Funktion der Gewerkschaften müsse zum Tragen kommen, und die Aufklärungs- und politische Führungsarbeit mit dem Ziel des besseren Schutzes der Arbeitnehmerrechte müsse verstärkt werden. Im Schlussteil findet sich der bemerkenswerte Satz: "Die Gewerkschaften müssen zu echten Gewerkschaften gemacht werden 要把工会办成真正的工会". Quelle
7.11.2004 China Analysis "Neue Analysen zur Wirtschaft und Politik Chinas aus der Reihe China Analysis" (Trier). Zahlreiche Studien sind im Volltext oder als Kurzfassung downloadbar. Autoren: Sebastian Heilmann, ferner Andreas Begon, Andreas Blume, Björn Conrad, Ole Döring, Jörn-Carsten Gottwald, Isabelle Gras, Caroline Heuer, Sarah Kirchberger, Kristin Kupfer, Dorian Liedke, Knut-Benjamin Pißler, Lea Shih, Ming SHI, Svenja Schlichting, Nicole Schulte-Kulkmann, Hans van Ess und Weiwei WANG.
6.11.2004 Materialien: Das am 27.10.2004 novellierte NVK-Wahlgesetz der VR China. 中 华 人 民 共 和 国 全 国 人 民 代 表 大 会 和 地 方 各 级 人 民 代 表 大 会 选 举 法 Quelle
5.11.2004 Die Online-Ausgabe der Volkszeitung (www.people.com) berichtet über die Kritik des chinesischen Rechnungshofes an verschiedenen Behörden. Dass gleichzeitig die Korrekturmassnahmen der betroffenen Behörden veröffentlicht würden, sei laut Volkszeitung ein Novum. Es handelt sich um das Ministerium für Staatsland und Ressourcen 国土资源部, das Staatliche Amt für Vermessung 国家测绘局, die Staatliche Forstbehörde 国家林业局, die Zollbehörde 海关总署, das Staatliche Hauptamt für Qualitätskontrolle 国家质检总局 und die Chinesische Industrie- und Handelsbank 中国工商银行. Quelle
3.11.2004 Einge Artikel zu den Unruhen in Langchenggang, Henan: Johnny Erling, Andreas Lorenz, Otto Mann, The China Post, AP Asia-Pacific, AFP, Joseph Kahn. Über die Hui: "The Hui: China's most loyal Muslims". Ergänzung vom 5.11.: Filmmaker says central China riot involved 10,000 people, 28 killed
25.10.2004: Weissbuch zum Stand der sozialen Sicherung und zur Sozialpolitik (in chin. Sprache). Quelle
9.9.2004: Jonathan Zittrain and Benjamin Edelman: Empirical Analysis of Internet Filtering in China Quelle: IGCS.
27.9.2004: AFP meldet: Critics debunk party's plan to build up its ruling capabilities "China's ruling Communist Party has issued a lengthy policy paper on way to reverse its waning popular support, citing corruption and 'hostile forces' as issues that could end its 55-year grip on power." Hier das Dokument (中共中央关于加强党的执政能力建设的决定)
23.9.2004: Staatsanwaltschaft Peking setzt Rekord-Belohnung von 100.000 Yuan für die Anzeige von Korruption aus (der alte Höchstsatz lag bei 30.000 Yuan, geboten von der Disziplinarkommission von Haikou, Hainan). Ein Beitrag der Guangming Daily mahnt, der Rückgang der Anzeigen trotz immer höherer Belohnungen sei auf den mangelnden Schutz der Betreffenden zurückzuführen, und bringt Beispiele dafür, wie solche "mutigen Bürger", denen es eigentlich nicht ums Geld gehe, trotz der Verurteilung der Angezeigten immer wieder Opfer von Racheakten wurden. Quelle
19.9.2004: "Lieber Vakanzen als viele unqualifizierte Richter". Ein "Pekinger Wissenschaftler" wendet sich in einem Artikel in der Online-Ausgabe der Guangming Daily gegen die Tendenz in den Provinzen, wegen des Verfahrensstaus die Anforderungen an die Qualifikation von Richtern (bzw.der landesweiten Justizprüfung [si1fa3 kao3shi4]) herunterzuschrauben. Dass dem Einzelnen durch Gerichtsurteile Gerechtigkeit widerfahre, sei letztlich entscheidend für die Stabilität der Gesellschaft. Missstände in der Justiz seien verantwortlich für das Überhandnehmen von schriftlich und persönlich vorgebrachten Petitionen (xin4fang3). Anm. d.Red.: Die ausländische Presse meldete in den letzten Wochen mehrfach die problematische Behandlung solcher Petenten im Umfeld der aktuellen ZK-Sitzung. Hervorragende Richter seien in den USA und in England die Stützen des politischen Systems, auch die führenden Richter in den Anfangsjahren der Republik (ab 1912) seien hervorragende Gelehrte und Persönlichkeiten gewesen. Sie hätten nicht nur das Prüfungssystem der Qing-Dynastie erfolgreich durchlaufen, sondern meist auch im Ausland studiert. Quelle
19.9.2004: Zhengzhou (Provinzhauptstadt von Henan) nimmt kurzfristig eine Regelung zurück, die den Zuzug von Verwandten und Freunden Zhengzhouer Bürger erlaubt. Die Belastung der städtischen Infrastruktur (Schulen, Nahverkehr) wurde völlig unterschätzt (ein Zuwachs von 250.000 Menschen in zwei Jahren sei "selbst für eine Stadt mit nur zwei, drei Millionen Einwohnern" keine Lappalie). Viele Zuzügler, die ihren bisherigen "hu4kou3" (Bürgerrecht) schon aufgegeben haben, sitzen jetzt zwischen den Stühlen; es sind z.B. keine Plätze in den Schulen für ihre Kinder vorgesehen. Ein Kommentar der Guangming Daily kritisiert den Vertrauensverlust, der durch diese Einwohnerpolitik (hu4ji2 zheng4ce4) entstanden ist. Eine Kommune habe ebenso vorauszuplanen wie ein Unternehmen. Quelle A, Quelle B
13.9.2004: Wahlen in Hong Kong: Johnny Erling beschreibt ein Vorspiel in Shenzhen, weitere Links und Orientierung dazu in in EastSouthWestNorth. Zu den Ergebnissen AFP-Meldung und Keith Bradsher in der NYT, der noch einen Sitz zu wenig meldet.
27.8.2004: Wolfgang Kötter schreibt in Freitag 36 über Chinas Nuklearstreitmacht.
24.8.2004: Wie kann ein Land sein Image in den USA aufpolieren? In der Pekinger XIN JING BAO (Quelle: Website der GUANGMING RIBAO) nimmt Zhou Qing'an die Anzeigenkampagne Saudi Arabiens als Reaktion auf Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11" zum Anlass einer Betrachtung über "public diplomacy" (gong1gong4 wai4jiao1). Zum Hintergrund: Artikel des Telegraph.
17.8.2004: Johnny Erling analysiert in der Welt einen Artikel von Li Peng zum hundertsten Geburtstag von Deng Xiaoping: "Pekings Führung streitet um den rechten Weg".
.8.2004: BBC interviewt den 52jährigen Yuan Hongbing, der im Juli in Australien eine chinesische Touristengruppe verlassen hat, um zusammen mit seiner Assistentin Zhao Jing politisches Asyl zu beantragen (bebilderter Artikel der Epoch Times hier, weitere Links: a, b). Yuan Hongbing war ursprünglich Rechtswissenschaftler an der Peking-Universität. 1994 habe er in seinen Schriften die Minderheitenpolitik Chinas kritisiert und sei dann (was er in dem Interview als "Verbannung" bezeichnet) Dekan der Rechtsfakultät der Pädagogischen Universität von Guizhou geworden (Guizhou Shifan Daxue Faxueyuan yuanzhang). Yuan erklärt, er habe die Manuskripte von vier Romanen im Gepäck, deren Veröffentlichung und Übersetzung in verschiedene Sprachen er betreiben wolle, um "den Völkermord und andere Verbrechen" der chinesischen Kommunisten an Tibetern, Mongolen, Chinesen u.a. zu brandmarken.
Laut China Support Network (zitiert in Link b, siehe oben) kam "Professor Yuan ... under persecution following the 1989 crackdown on China's pro-democracy movement." Trotzdem konnte im Mai 1990 von ihm das Buch "Huang1yuan2 feng1" (etwa "Sturm auf der kahlen Ebene") erscheinen, eine Hymne auf "völkische Gefühle" und einen "neuen Heroismus" versus politisch-rationalem Sklaventum (S.193), das trotz seines verquasten und nebulösen Stils wohl unter einem Teil der chinesischen Intellektuellen Anklang gefunden hat.
"Diese uralte Rasse wird, wenn sie zuletzt den wunderwirkenden Schritt tut, erkennen, dass es eine von dunklen Wolken bedeckte Wüste der Hoffnunglosigkeit vor sich hat - der Abstand zwischen ihrem zurückgebliebenem Zustand und den fortschrittlichen Nationen dieser Welt vergrössert sich immer schneller; die Kluft zwischen der Zahl und der Qualität der Bevölkerung sowie der Widerspruch zwischen der Zahl der Bevölkerung und den Naturresourcen usw. - jedes dieser Probleme wird einen Seufzer der Verzweiflung ausstossen. Diese Rasse hat bereits zu viel Zeit verloren, zu viele Chancen verpasst, für so eine Rasse gleicht die Zeit einem Binnenstrom, der in der Wüste verdunstet, und Chancen sind für sie so schwer zu finden wie Blumen in der Wüste. Mit dem hoffnungslosen Schicksal einen blutigen Kampf zu führen, mag er auch keine Hoffnung auf Sieg bergen - das ist ein weiterer Ruf der Philosophie des Neuen Heroismus. Selbst wenn er in einer Niederlage endet, wird dieser blutige Kampf in seiner erhabenen Tragik doch voll von vitaler Würde und historischem Glanz sein. Würde und Glanz - das ist die Braut, die sich der wahre Mann erträumt. Die Niederlage nach blutigen Kampf ist keine Schande, [nur] jämmerliches Flehen würde die vorangegangene Dekadenz zur niemals wegzuwaschenden Schande machen. So gilt es, nach den Prinzipien von Freiheit, Würde und Willenskraft die Weisheit und die Kraft der gesamten Rasse zu versammeln, um mit dem hoffnungslosen Schicksal einen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Krieg zu führen!
Malthus' Verständnis vom militärischen Krieg ist rationale Überlegung, ist ein logischer Schluss und hat mit Wundern nichts zu tun; er sieht lediglich den Krieg mit kalter Rationalität als ein Verfahren, die Menge der Bevölkerung zu reduzieren [...]
Bei einer Rasse mit Hunderten von Millionen Analphabeten können jene weichlichen, törichten und egoistischen Individuen nur durch Zentralismus zu einer starken Einheit zusammengegossen werden, nur durch eine zentralistische [Staats]form hat eine solche Rasse die Kraft, es mit seinem hoffnungslosen Schicksal aufzunehmen. Voraussetzung ist, dass dieser Zentralismus eine Lebensphilosophie im Stil eines wilden Tieres hat, und dass ihm eine Lebensphilosophie der Verfolgung von Freiheit, Würde und Schönheit als Seele innewohnt[...]
Der Ritter auf dem Pferderücken des Zentralismus muss nach demokratischen Verfahren gekrönt werden; mit scharfen Schwert muss die notwendige Verkettung zwischen dem Zentralismus und diktatorischer Politik zertrennt werden; es muss erreicht werden, dass der Zentralismus den Interessen der Rasse dient und nicht den Bedürfnissen von Clans."
Aus "Huangyuan feng" von Yuan Hongbing, Peking: Xiandai Chubanshe, 1990. ISBN 7-80028-054-3/B.001. S.270ff. PP
Die New York Times vom 1.8.2004: China talks of military conflict with Taiwan By Alexandra Harney in Beijing and Kathrin Hille in Taipei (kostenlose Anmeldung bei der NYT erforderlich). http://www.nytimes.com/financialtimes/international/FT20040801_13220_4003.html
909 Hilfsstationen für Nichtsesshafte. Laut GUANGMING RIBAO (Guangming Daily) vom 30.7.2004 gibt es bereits 909 Hilfsstationen fuer nichtsesshafte Personen [liu2lang4 ren2yuan2]. Vor Inkrafttreten der neuen "Hilfs- und Verwaltungsregelung fuer erwerbslose Nichtsesshafte und Bettler in Staedten" habe es 832 Stellen fuer die Sammlung und Rueckverschickung solcher Personen gegeben, deren Umwandlung in Hilfsstationen erfolgreich verlaufe. Artikel enthaelt weiter Angaben zu einzelnen Staedten und zu den vom Zivilministerium bereitgestellten Finanzmitteln. Quelle